In der Psychologie bedeutet die Idee hinter dem so genannten „narrativen Ansatz“, weniger das Verhalten von Menschen zu betrachten, sondern sich deren Bedeutungsgebungen, Ideen und Vorstellungen zuzuwenden – und das nicht nur individuell, sondern auch kollektiv. In sozialen Systemen wird über Bedeutung kommuniziert mit dem Versuch, einen Abgleich der individuellen Sichtweisen herzustellen. Diese Kommunikation ist, wie auch unsere Gedanken, im Wesentlichen sprachlich organisiert. Aus dieser Kommunikation entwickelt sich eine gemeinsame Auffassung von Wirklichkeit unter anderem in Geschichten, die gemeinsam konstruiert werden.

„Narration“ soll hier aufgefasst werden als eine sprachlich reproduzierbare und zeitlich gegliederte Darstellung von realen Erlebnissen bzw. Ereignissen. Darin wird durch Bezugnahme auf beteiligte Personen in deren Rollen, deren Interaktion und den betrachteten Kontext dem Geschehen Bedeutung verliehen. Diese Bedeutung steht in wesentlichem Zusammenhang mit dem Sinn-Erleben bzgl. der eigenen individuellen oder kollektiven Identität und situativen Rolle. Die individuelle Bedeutungsgebung ist kontinuierlich, gleichzeitig veränderlich und aktiv gestaltbar.

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Narrativer Ansatz
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